In jedem Menschen das Gute suchen und wecken! (Franz von Sales)


Auschwitzmodul


Dieses Angebot als eines unserer Zusatzmodule richtet sich an alle Jugendlichen aller Betreuungsangebote, bei denen eine rechts-extremistische Grundeinstellung oder Tendenz zu beobachten ist oder eine Empfänglichkeit für dieses Gedankengut. Durch den Bildungs-anteil vor Ort in einer Gedenkstätte gegen den Nationalsozialismus werden historische Elemente aufgearbeitet, um die Gefahren extremer politischer Einstellungen aufzuzeigen. Durch die Fahrt ins benachbarte Ausland sollen durch das Kennenlernen von "Land und Leute" fremdenfeindliche Tendenzen abgebaut werden.

Das Modul findet in Oswiecim (Auschwitz) in Polen statt. Hierbei werden zwei unterschiedliche Ansätze ermöglicht. Zum einen kann eine Gruppenfahrt in Form eines Workcamps angeboten werden, zum anderen eine intensive Einzelbildungsfahrt.

Das Workcamp ist ausgelegt auf vier Jugendliche, die von zwei Betreuern begleitet werden. Somit besteht bei Bedarf auch die Möglichkeit der Aufarbeitung in Form von Einzelarbeit. Beim Workcamp werden an fünf Tagen konkrete Arbeitsprojekte in der Gedenkstätte "ehemaliges KZ Auschwitz / Auschwitz-Birkenau" durchgeführt, bei denen die Jugendlichen in unmittelbaren 'handgreiflichen' Kontakt zur besonderen Geschichte des historischen Ortes kommen. Begleitet von pädagogischen Mitarbeitern wird bei der Arbeit anhand von praktischen Beispielen demonstriert, was an dieser historischen Stätte passiert ist und wie es dazu kommen konnte. In den Tagesreflexionen wird mit den Teilnehmern der Bezug "damals-heute" erarbeitet. Begleitend hierzu wird über den Besuch von Veranstaltungen im Ort Oswiecim (Auschwitz) angestrebt, Fremdenfeindlichkeit abzubauen.

Bei der Einzelbildungsfahrt wird an zwei Tagen in der Gedenkstätte und an einem Tag im jüdischen Viertel von Krakau anhand von Aus- stellungen, Bildungsangeboten, Besuchen von historischen Bauten, usw. eine intensive Bildungsveranstaltung geboten, die jedoch im Gegensatz zum Workcamp auf die Möglichkeit verzichtet, pädago-gisches Lernen mit praktischem Tun zu kombinieren. Die Bildungs-angebote sind auch auf Personen des unteren Bildungsniveaus abgestimmt.

In den vergangenen Jahren konnte das Jugendhaus zwei Workshops in Auschwitz mit Jugendlichen aus der Wohngruppe durchführen. Da dieses Angebot jedoch erhebliche personelle Ressourcen bindet und auch finanziell nur durch Sponsorengelder zu stemmen ist, kann es leider nur alle paar Jahre stattfinden. Ideal wäre es, wenn sich Sponsoren finden würden, die diese Bildungsfahrt regelmäßig ermöglichen.


Zitat eines 16-jähr. Jugendlichen nach der Rückkehr aus Auschwitz:
"Jetzt weiß ich, was da damals passiert ist. jetzt braucht mir keiner mehr damit zu kommen, das wäre alles nicht wahr!"


Stand: 06. August 2012